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Kopfläuse behandeln

– aber richtig!

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten Kopfläuse zu behandeln. Doch welche Behandlung ist die richtige? Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind die physikalische und die chemische Therapie – die mechanische Entfernung mit einem Läusekamm unterstützt dabei. Darüber hinaus gibt es rein pflanzliche Methoden und Hausmittel gegen Kopfläuse.

Wer in Schritt 1 Kopfläuse erkannt hat, darf nicht zögern und sollte Schritt 2 – die Behandlung – einleiten, um das engere Umfeld vor einer Übertragung zu schützen. Wegen oftmals widersprüchlicher Informationen, sind jedoch viele bezüglich des richtigen Vorgehens bei Kopflausbefall verunsichert. Was hilft wirklich bei Kopfläusen?

Physikalische Behandlung von Kopfläusen

Bei der physikalischen Therapieform werden Läusemittel mit Dimeticon (Silikonöl) eingesetzt. Sie sind in der Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und Mittel der ersten Wahl. Diese Silikonöle breiten sich sehr gut auf Oberflächen aus und greifen auf diese Weise direkt die „Achillesferse“ der Läuse an – das Atemsystem. Läuse atmen durch 14 winzige Atemöffnungen, die sich an ihren Körperseiten befinden und deren Durchmesser so klein ist, dass nur Flüssigkeiten mit extrem niedriger Oberflächenspannung eindringen können. Bei Kontakt mit der Laus, ummantelt das Silikonöl vollständig die Oberfläche und durchflutet die Atemöffnungen. Jacutin Pedicul Fluid beispielsweise besitzt eine solch niedrige Oberflächenspannung und kann auf diese Weise tief in das Atemsystem der Läuse eindringen. Durch seine ungewöhnlichen Kriech- und Spreiteigenschaften breitet es sich sekundenschnell aus und erstickt die Läuse innerhalb von zehn Minuten.

Dimeticonhaltige Präparate sind in der Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und sehr wirksam. Aufgrund des rein physikalischen Wirkprinzips bilden sich keine Resistenzen. Außerdem sind Silikonöle frei von Nervengiften bzw. Insektiziden. Silikonöle werden von der Haut oder den Schleimhäuten nicht aufgenommen und gelten als ungiftig. Die wasserabweisenden Silikonöle sind weit verbreitet und in der Kosmetik lang bewährt. Dimeticone sind als Zutat in zahlreichen herkömmlichen Kosmetika wie Haarpflegeprodukten, Cremes oder Lippenstift zu finden. Laut embryotox.de sind auch bei Schwangerschaft und in der Stillzeit Präparate auf Basis von Dimeticon Mittel der Wahl. Zudem können die Silikonöle bei Kleinkindern eingesetzt werden.

Die physikalisch wirkenden Läusemittel, wie Jacutin Pedicul Fluid, gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

Achtung! Behandlungsfehler vermeiden

Kopflausmittel werden oftmals falsch angewendet. Der Behandlungserfolg oder -misserfolg wird allerdings durch die korrekte Anwendung, das konsequente feuchte Auskämmen mit Pflegespülung und Läusekamm sowie die sorgfältige Nachkontrolle bestimmt. Aber keine Sorge! Wenn Sie unsere Hinweise befolgen, töten sie die Quälgeister wirksam ab.

  • Packungsbeilage lesen und beraten lassen! Eine Beratung durch den Apotheker, das aufmerksame Lesen der Packungsbeilage und das Befolgen der Gebrauchsanweisung sind der Ausgangspunkt für eine wirksame Behandlung.
  • Geduld lohnt sich! Das gesamte Haar sollte mit dem Läusemittel benetzt sein: Dafür das Mittel gleichmäßig im Haar verteilen und großzügig auftragen. Gerade bei langem und dickem Haar auf eine ausreichende Menge des Läusemittels achten.
  • Wecker stellen! Ein typischer Anwendungsfehler ist eine zu kurze Einwirkzeit: Für die Einhaltung einer ausreichend langen Einwirkzeit, lohnt es sich einen Wecker zu stellen und zu warten.
  • Kombinieren! Zusätzlich zur Behandlung mit einem Läusemittel sollten die Parasiten sorgfältig ausgekämmt werden. Dafür eignet sich die Methode des feuchten Auskämmens mit einem Nissenkamm.
  • Wiederholungsbehandlung notwendig! Wichtig ist das empfohlene Behandlungsschema zu befolgen. Nach der ersten Behandlung können noch Larven nachschlüpfen. Eine Wiederholungsbehandlung am achten Tag nach der Behandlung tötet auch die möglicherweise neuen Larven ab.

Wichtig – auf Herstellerangaben achten

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Achten Sie unbedingt auf die richtige Anwendung entsprechend der Herstellerangaben. Oft werden die Mittel nicht richtig oder nicht lange genug angewandt. So könnten Läuse überleben und der Befall bricht erneut aus.

Effektives Behandlungsschema bei Kopflausbefall

Basierend auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des Umweltbundesamtes wird folgendes Behandlungsschema bei Kopfläusen empfohlen:

  • Tag 1: Um die Kopfläuse zu behandeln, sollte die Methode des feuchten Auskämmens mit dem Einsatz eines wirksamen Läusemittels kombiniert werden.
  • Tag 4 bis 5: Haare erneut feucht auskämmen. Nissen sowie bereits geschlüpfte Larven können auf diese Weise mit dem Läusekamm ausgekämmt werden.
  • Tag 8 bis 10: Eine Wiederholungsbehandlung mit einem wirksamen Läusemittel ist notwendig, um Larven abzutöten, die später geschlüpft sind.
  • Tag 13 und 17: Es ist fast geschafft: Vorsichtshalber noch die Haare einer Läusekontrolle durch feuchtes Auskämmen unterziehen.
    • Chemische Behandlung von Kopfläusen

      Bei der chemischen Therapieform werden Insektizide, also Insektenvertilgungsmittel, eingesetzt, die giftig für Kopfläuse sind. Die Wirkstoffe Allethrin, Permethrin oder Pyrethrum töten die Kopfläuse, indem sie das Nervensystem der kleinen Quälgeister angreifen. Wenn die Kopfläuse mit dem Nervengift in Kontakt kommen, krampfen sie und können sich nicht mehr bewegen. Jacutin Pedicul Spray mit dem fettlöslichen Allethrin beispielsweise durchdringt die Wachsschicht, die den Panzer der Kopfläuse überzieht und blockiert so schnell das darunterliegende Nervensystem. Die Kopfläuse sterben innerhalb von 30 Minuten.

      Die chemischen Wirkstoffe wie Allethrin sind für die Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und werden in der Regel gut vertragen. Im Ausland wurden mittlerweile allerdings vermehrt Resistenzen gegenüber einzelnen chemischen Wirkstoffen festgestellt.

      Chemische Läusemittel müssen außerdem streng nach Vorschrift angewendet werden und dürfen nicht häufiger als auf dem Beipackzettel angegeben, verwendet werden. Beachten Sie auch: Das behandelte Haar darf nicht der prallen Sonne ausgesetzt oder geföhnt werden.

      Mechanische Behandlung von Kopfläusen

      Bei der Behandlung der Kopfläuse kann auch das gründliche feuchte Auskämmen mit einem feinen Läusekamm unterstützen. Zur erfolgreichen Behandlung des Kopflausbefalls, sollte die mechanische Behandlung aber immer mit einem wirksamen physikalischen oder chemischen Läusemittel kombiniert und nur ergänzend eingesetzt werden. Zwar kann der Kopf mit Hilfe der Technik gut entlaust werden – es besteht aber immer das Risiko, dass Läuse oder Nissen beim Auskämmen übersehen werden.

      Bei dieser Methode wird als Hilfsmittel ein Läusekamm eingesetzt. Zum Auskämmen der feuchten und mit einer Haarspülung behandelten Haare, werden die Haare z. B. mit Gummis abgetrennt. Der Läusekamm wird dann mit den Zinken an der Kopfhaut angesetzt und von dort Strich für Strich fest zu den Haarspitzen heruntergezogen. Bei jedem Strich wird der Läusekamm sorgfältig nach Läusen untersucht. Dafür eignet sich das Abstreifen der Zinken an einem weißen Papier oder Handtuch. Eine Leselupe und gutes Licht sind ebenfalls sehr nützlich. Im Anschluss können die Läuse bzw. Nissen durch Abspülen oder Abreiben vom Läusekamm entfernt werden. Auf diese Weise werden die Haare systematisch mit den engen Zinken des Läusekamms durchsucht und Kopfläuse und Nissen ausgekämmt. Diese Prozedur wird innerhalb von vier Wochen zweimal pro Woche wiederholt.

      Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Technik des feuchten Auskämmens finden Sie hier.

      Pflanzliche Behandlung und Hausmittel gegen Kopfläuse

      Sie haben im Internet oder im Bekanntenkreis von natürlichen Läusemitteln gehört und schauen bereits, was der Haushalt so hergibt? Sie wollen Mittel einsetzen, die auch in der Heilkunde Anwendung finden oder mit einfachen Tricks ihr Kind entlausen? Wir klären darüber auf, welche Mittel und Maßnahmen eingesetzt werden können und welche besser nicht.

      Rizinus-, Kokos-, Teebaum- und Neemöl?

      Läusemittel auf rein pflanzlicher Basis enthalten ätherische Öle, teilweise mit pflanzlichen Fettsäuren. Für einige wenige Produkte, die z. B. Neem- oder Kokosnussöl enthalten, konnte eine abtötende Wirkung auf Läuse nachgewiesen werden. Allerdings ist bei sehr vielen Naturprodukten die Wirksamkeit nicht ausreichend untersucht. Für einige ätherische Öle ist zudem bekannt, dass sie allergische Reaktionen auslösen können. Andere wirken hautirritierend.

      Laues Essigwasser!

      Lauwarmes Essigwasser tötet keine Läuse, kann aber helfen die festklebenden Nissen aus den Haaren zu lösen. Das Essigwasser sollte im Verhältnis 1:2, ein Teil Haushaltsessig und zwei Teile lauwarmes Wasser angesetzt werden. Das Haar wird mit dem verdünnten Essigwasser mehrfach gespült und wirkt dann für ein paar Minuten ein. Anschließend wird der Kopf mit der Methode des feuchten Auskämmens mechanisch behandelt. Somit kann Essig eine Hilfe gegen die lästigen Plagegeister sein. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht ausreichend erforscht. Zudem dauert es bis sich die festklebenden Nissen vom Haar lösen.
      Unser Tipp: Das Essigwasser kann auch eingesetzt werden, um den Kamm zu reinigen.

      Einfach auswaschen?

      Die kleinen Plagegeister schreckt (heißes) Wasser nicht ab. Die Atemöffnungen sind so winzig, dass Wasser aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung nicht in die Atemöffnungen eindringen kann. Auch ein Aufenthalt in der Badewanne, unter der Dusche oder im Schwimmbad schafft keine Abhilfe. Die Quälgeister klammern sich bei Kontakt mit Wasser fest ans Haar und halten Aufenthalte unter Wasser sehr lange aus.

      Viel shampoonieren?

      Mit häufigem „richtigem“ Haare waschen klappt es leider nicht die Kopfläuse loszuwerden: Durch das Waschen werden die winzigen Parasiten lediglich „sauber“ gemacht. Sauberes Kopfhaar ist zudem weniger fettig und die Kopfläuse können sich darin noch besser fortbewegen. Außerdem sollen Läuse frisch gewaschenes Haar sogar bevorzugen.

      Einfach wegföhnen?

      Von wegen! Durch das minutenlange Föhnen mit 60°C heißer Luft, kann es zu Verbrennungen der Kopfhaut kommen. Außerdem ist diese Methode aufwendig und für die Therapie nicht geeignet.

      Ab in die Sauna oder die Kältekammer?

      Theoretisch können sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen die Kopfläuse schädigen. Bei sehr hohen Temperaturen trocknen die Plagegeister aus. Bei niedrigen Temperaturen können die Läuse-Lebensstadien unterbrochen werden. Viele denken, dass ein längerer Besuch in der Kältekammer oder in der Sauna Abhilfe schaffen würde. Doch weit gefehlt! Bei beiden Maßnahmen werden keine Temperaturen auf der Kopfhaut erreicht, die die Kopfläuse beeinträchtigen würden.